Zusammenfassung

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) besteht bei ca. einem Drittel der Betroffenen auch noch in der Adoleszenz und im jungen Erwachsenenalter fort. Relevante Auswirkungen der Störung können die weiterhin bestehende Unaufmerksamkeit, Konzentrationsschwäche und auch gesteigertes impulsives Verhalten im Straßenverkehr sein: Jugendliche und junge Erwachsene mit ADHS verursachen im Vergleich zu Gleichaltrigen insgesamt mehr als doppelt so häufig Verkehrsunfälle mit Kraftfahrzeugen. In dieser Übersichtsarbeit soll ein kurzer Abriss der rechtlichen Situation und der aktuellen Studienlage zum Fahrverhalten von jungen Menschen mit ADHS gegeben werden. Stimulanzien gehören nach der Straßenverkehrsordnung (StVO) zu den verbotenen Rauschmitteln, verbessern aber nach heutiger Studienlage die Fahrleistung von ADHS-Patienten signifikant. Für Atomoxetin, das als nicht BtM-rezeptpflichtiges Arzneimittel problemlos gegeben werden kann, da es nicht in der StVO aufgeführt ist, sind die Forschungsergebnisse noch nicht so eindeutig. Die Psychoedukation jugendlicher ADHS-Betroffener bezüglich ihres erhöhten Risikos im Straßenverkehr, Verhaltensempfehlungen und Aufklärung über die rechtliche Lage, werden in der klinischen Praxis oft vernachlässigt. Unter dem Gesichtspunkt der Prävention ist eine Beratung aber angesichts der hohen Zahlen der Verkehrstoten in dieser Altersgruppe von höchster Relevanz.

Den ganzen Artikel lesen.

Zusammenfassung

Bisher ist nur wenig über Zusammenhänge zwischen der Klinik der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung und der Persönlichkeitsstruktur Betroffener bekannt. Hauptziel unserer Studie war es, Einzelheiten über die nicht krankhaften Persönlichkeitseigenschaften von ADHS-Patienten zu erlangen und Veränderungen in diesen Merkmalen unter erfolgreicher Einstellung mit dem Standardtherapeutikum (MPH) darzustellen. Hierzu wurden 24 ambulante ADHS-Patienten mithilfe fünf verschiedener standardisierter Persönlichkeitstests vor und nach medikamentöser Einstellung untersucht. Unsere zuvor aufgestellte Hypothese, dass sich neben der klinischen Symptomatik auch die Ausprägung bestimmter Persönlichkeitsmerkmale positiv ändert, ließ sich im Prinzip bestätigen. Von zusätzlichen, vermutlich indirekten, Einflüssen von MPH auf einzelne Persönlichkeitseigenschaften ist auszugehen.

Den ganzen Text lesen.

Zusammenfassung

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) stellt eine ernstzunehmende Erkrankung dar, die im Kindes- und Jugendalter mit Beeinträchtigungen einhergeht, die für den Prozess der sozialen Adaptation und damit für die Entwicklung der sozialen Kompetenzen von erheblicher Bedeutung ist. Unbehandelt führt diese in einem hohen Prozentsatz bis in das Erwachsenenalter hinein zu Störungen, die sich schwerwiegend in allen Lebensbereichen auswirken. Es ist daher sinnvoll und notwendig, dass eine adäquate medikamentöse Behandlung, möglichst im Kindes- und Jugendalter und auch im Erwachsenenalter, durchgeführt wird. Bei ADHS-Betroffenen im Erwachsenenalter ergeben sich aufgrund der persistierenden Störung vielfältige Probleme bei der Begutachtung im Straf-, Sozial- und Zivilrecht, im Beamten- und Schwerbehindertenrecht, im Straßenverkehrsrecht und im Rahmen der Wehrpflicht. Sie resultieren aus den Kernsymptomen der ADHS wie Unaufmerksamkeit, Überaktivität und Impulsivität, aber auch ganz besonders aus den vielfältigen Komorbiditäten.

Den ganzen Text lesen.

 

Zusammenfassung

Hintergrund: Der Wehrdienst in der Bundeswehr verlangt aufgrund vielfältiger Belastungen ein hohes soziales Funktionsniveau, sodass ein adultes Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) der Grund für psychische Anpassungsprobleme und dadurch auch für eine Ausmusterung sein kann.

Material und Methoden

Sechsunddreißig Bundeswehrsoldaten mit ADHS, die sich zwischen 2005 und 2007 in den Bundeswehrkrankenhäusern Berlin und Hamburg ambulant oder stationär vorgestellt hatten, wurden retrospektiv evaluiert und mit einer Kontrollgruppe (n=40) verglichen. Die Anpassungsfähigkeit im Wehrdienst wurde nach 5 Kriterien operationalisiert und mit psychopathologischen Befunden und psychosozialen Risikofaktoren korreliert.

Ergebnisse

Von den an ADHS erkrankten Soldaten konnten 55,6% ihren Dienst fortsetzen. Der kumulative Gesamtwert einer verminderten Anpassungsfähigkeit im Wehrdienst korrelierte signifikant mit aggressiven und dissozialen Symptomen des ADHS sowie mit Partnerschaftskonflikten. Die Kontrollgruppe zeigte hingegen keine Korrelationen.

Schlussfolgerung

Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass ein bestehendes ADHS des Erwachsenenalters keinen zwingenden Ausschlussgrund für die Ableistung des Wehrdienstes darstellen muss und dass die Beurteilung der Wehrdienstfähigkeit bei ADHS differenziert erfolgen sollte.

Den ganzen Text lesen!